Vorgehensweise und Ergebnisse

Verschiedene Fragestellungen

Der vierjährigen Projektlaufzeit lagen verschiedene Untersuchungsschwerpunkte zu Grunde: Die Kapelle als allgemeines Kulturzeugnis, die Wüstung in ihrem Umfeld, und das Umland auf etwa 25 km2 Ausdehnung. Die Fragestellungen machten den Einsatz verschiedenster Disziplinen notwendig. Ihre Ergebnisse setzen sich erst zu einem Gesamtbild der Siedlungsentwicklung, der Transformation des Sakralbaus (Moschee zu Kirche) und der Umwelt- und Landschaftsbedingungen in historischer Zeit zusammen. Dazu zählen: Archäologie (mit Schwerpunkt geophysikalische Prospektion, Bauforschung, Sondierung und Ausgrabung), Geomorphologie (mit Schwerpunkt Veränderungsprozesse natürlichen und anthropogenen Ursprungs), Geschichte (mit Schwerpunkt Mittelalter und Neuzeit bis zur Säkularisierung 1841), Laboranalysen (mit Schwerpunkt Analysen an Baumaterial, Knochen und Keramik sowie Daten zur Vegetations- und Landschaftrekosntruktion in Sedimenten und Pollen).

Archäologische Zeichnung eines Befundes (Grababdeckung)

Archäologische Zeichnung eines Befundes (Grababdeckung)

Die Wallfahrtskapelle

Mit verschiedenen Disziplinen (darunter Archäologie, Bauforschung und Georadar) ist es uns möglich geworden, die baulichen Ursprünge der Eremitenkirche zu entschlüsseln. Zur Rekonstruktion ihrer weiteren Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte haben wir außer den Gebäudedaten auch Informationen aus der Marienverehrung und der Geschichte der Laienbruderschaft herangezogen. Als wichtigstes Ergebnisse können wir festhalten, dass die Baustruktur der Moschee und ihre bauliche Transformation in eine Kirche hinreichend geklärt ist, ebenso wie die mittelalterliche Bestattungspraxis im Kirchenumfeld. Auch die Veränderungen der zahlreichen Restaurierungsmaßnahmen wurden greifbar.

Die Ansiedlung(en)

Mittels archäologischer Prospektion, punktueller Sondagen und einer Keramikauswertung zeichnete sich eine Ansiedlung im Norden und eine weiter westlich der Kapelle ab. Ein regelmäßiges Straßenraster, bestimmte Haustypen und unterirdische Strukturen bestimmen ihr Erscheinungsbild.

Ansiedlungen im Umfeld von Cuatrovitas

Mittels archäologischer Prospektion, Keramikauswertung und Schriftquellenforschung ließ sich die dichte Besiedlung des Umlandes für islamischer Zeit fassen. In vielen Fällen überdauerten die einzelnen Ortslagen mit einer zurückgegangenen Einwohnerzahl noch bis in das christliche Spätmittelalter. Fast alle wurden jedoch im ausgehenden 15. bis zum 16. Jahrhundert verlassen.

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Die Abbildung oben zeigt die verschiedenen Profile eines Schnittes als Digitalzeichnung.
Die Abbildung rechts zeigt einen von Hand angelegten Schnitt.
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